Der Urirotstock ist in der Zentralschweiz omipräsent. Diese markante Pyramide zu besteigen ist lohnenswert. Er erfordert Kondition und Ausdauer.

 

 

 

Routenbeschrieb

 

Mit der heutigen Wanderung habe ich mir einen lang ersehnten Wunsch erfüllt: einmal  den Urirotstock erklimmen. Um 8.00 Uhr fährt das kleine 4-Personen-Bähnchen von der Talstation Musernalp in Isenthal los. In gut 5 Minuten ist man auf der imposanten Musernalp. Zuerst gibt es eine Stärkung in der heimeligen Bergwirtschaft, wo man sich ausgezeichnet mit der Wirtin unterhalten kann und wo man auch einige Ratschläge für Rundtouren bekommt. Das ganze Tal liegt um 8.30 Uhr noch im tiefen Schatten, ist also nicht für jene, die gerne eine morgentliche Sonnenwanderung unternehmen wollen. Trotzdem geht ab Gaststube los, links den Hang hinauf, an der Flanke de Chli Schlieren und des mächtigen Schlieren. Von unten betrachtet, sieht der alpine Bergweg recht ausgesetzt aus, ist aber gut begehbar. Der Weg schlängelt sich die steile Flanke hinauf. Für all jene, die nicht Trittsicher und schwindelfrei sind, ist dieser Weg zum Urirotstock nicht geeignet. Der Weg schlängelt sich steil empor und man erreicht Firnboden und später die Obere Stelli. Der Weg ist teilweise mit festen Seilen gut gesichert, bevor man aber um den Felskopf Chessel herum kommt,  muss man sich in leichter Kletterei das feste Seil hochziehen. Erste Ansätze des Gletschers erwarteten mich nach diesem Aufstieg. Nun geht es über plank geputzte Felspartien empor und in der Ferne wird erstmals der rote Kopf des Urirotstock sichtbar. Es geht nach einer ersten kleinen Trittschnee-Passage  über die Gesteinsplatten hinauf. Hier wird ersichtlich, wie stark der Gletscher geschwunden ist, fast beängstigend. Bevor ich den Grat errecihe, muss nochmals ein längeres Schneefeld durchquert werden. Als Alternative bietet sich auch der Aufstieg über die rechts liegende Gletschermöräne an. Vorsicht auf dem Schneefeld, da und dort sind eisige Stellen des Gletschers sichtbar (Rutschgefahr). Nach einem letzten, etwas mühsamen Aufstieg über das rote Kiesfeld habe ich den Grat auf etwa 2800 m ü. Meer erreicht. Bisher habe ich den Weg problemlos bewältigen können. Besonders anspruchsvolle Stellen auf dem Weg zum Urirotstock musste ich keine passieren. Die Aussicht auf das gegenüberliegende Engelberger Rothorn, den Ruchstock oder weiter links auf den Titlis wird erstmals uneingeschränkt möglich. Die letzten Höhemeter vom Grat zum Gipfel sind leicht, man schafft den letzten Aufstieg in knapp 15 bis 20 Minuten. Auf dem Gipfel bietet sich eine fantastische Rundsicht auf die bereits erwähnten Gipfel. In der Ferne links grüssen Nieder- und Oberbauen, das Güpfi des Chaiserstuels, weiter rechts die Rigi, die Schwyzer Mythen, der Fronalpstock, frontal ist der Rophaien sichtbar, und ganz rechts, in unmittelbarer Nähe grüssen Gitschen, Blacken- und Brunnistock. Im Rücken blende ganz weiss der Blüemlisalpfirn, ein Gletscher, der in den letzten Jahrzehnten ebenfalls einen gewaltigen Schwund hatte. Nach der ausgiebigen Mittagsrast machte ich mich auf den Abstieg über den steilen Weg nach Gitschenhöreli zur Biwaldalp. Die Alp passiere ich aber oberhalb der Häuser auf einem steilen, und nicht markierten Pfad mit ein zwei Kletterpartien. So kann aber doch etwas Zeit gewonnen werden und man erreicht den Sassigrat etwas schneller, unten wartet das Ausgangsziel Musenalp. Um 17 Uhr, mit reichlich Rastpausen, ist die Alp erreicht. Die reine Marschzeit betrug für Aufstieg und Abstieg über den Rundweg knapp 7 Stunden. Bei normaler Begehung etwa 8 bis 8,5 Stunden.

 

Anmerkung

Es war ein fantastsicher Herbsttag mit einer grandiosen Sicht. Einziger Wermutstropfen ist vielleicht der etwas happige und steile Abstieg über Geröllhalden und Steinblöcke. Er verlangt gute Kondition, geht aber etwas in die Knie (unbedingt mit Stöcken laufen). Gute Bergschuhe sind zwingend, Wanderstöcke sind empfehlenswert

 

 

Routendetails

 

Tour-Datum 22.09.2010
Region CH, UR, Insenthal
Wandern-Schwierigkeit Alpinwandern
Zeitbedarf 7- 8 h (Aufstieg rund 4 h, Abstieg 3 – 4 h)
Aufstieg 1500 m
Abstieg 1500 m
Strecke Musenalp 1486 m – Firnboden 1624 m – Ob Stelli 1700 m – Grat 2800 m Urirotstock 2928 m  – Gitschenhörelihütte 2325 m – Biwaldalp 1694 m – Sassigrat 1868 m – Musenalp 1486 m
Anfahrt via Isenthal, links weg ins Kleintal bis Talstation Musenalpbahn.
Verpflegung/Logis Musenalp, Gitschenhörelihütte, Biwaldalp
Bemerkungen Schöne, trotz T4 recht einfche Route, aber nichts für Anfänger. Gute Kondition erforderlich.

 

 

{besps}stories/urirotstock{/besps}

Von Gery

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.