Rigi-Kenner und Ländlermusik Die sechste Tour von Goldau auf Rigi Kulm war von drei aussergewöhnlichen Punkten geprägt.

 

 

 

Routenbeschrieb

Der erste: Es hat wirklich den ganzen Tag keinen einzigen Tropfen geregnet. Herrlich, so zu wandern. Der zweite Punkt war die Begleitung von Sepp Hess aus Küssnacht, bekannt aus der Volksmusik. Und der dritte Punkt: Es ging nicht nur zu Fuss hinauf, sondern freiwillig auch wieder ohne Bahn hinunter. Am frühen Morgen sind noch nicht grosse Wanderscharen auf der Rigi unterwegs. Das macht es aber umso spannender, wer denn unterwegs angetroffen werden kann. Älpler? Fehlanzeige. Entweder sind sie mit dem Vieh oder dem Chäsen beschäftigt. Einer, der aber tatsächlich sehr früh auf der Rigi unterwegs war, ist ein absoluter Kenner des Berges. Der Goldauer Albert Jäger. «Ja, man muss früh raus, dann kann man auf dem Berg einiges erleben», sagt der Goldauer bei einem kurzen Halt unterhalb der Alp Resti. Seit 47 Jahren wandere er nun schon auf die Rigi, auf der Rigi und von dort auch wieder hinunter. «20 Jahre habe ich im Kurverein Rigi mitgearbeitet und so den Tourismus hier oben gefördert. Ich kenne nicht nur den Berg, auch die Leute hier oben sind mir alle ein Begriff», sagt Albert Jäger, bevor er sich wieder auf den Weg nach Goldau macht. Auftanken erst auf Staffel Mit Sepp Hess ergeben sich auf dem Marsch zum Klösterli, Staffel und Kulm interessante Gespräche. Der seit Mai pensionierte Landwirt war Obstbauer in Küssnacht, hatte eine grosse Legehennen-Zucht, und er war in der Zeit, als in Küssnacht das Eidgenössische Ländlermusikfest 1992 stattfand, Präsident des Schwyzer Kantonalverbandes der Volksmusikfreunde. Küssnacht. Ländlermusik und Hess, das ist eine Verbindung, die einfach zusammengehört. «Nein, selber habe ich nie ein Instrument gespielt, bin hier wohl die grosse Ausnahme», sagt Sepp Hess auf dem Marsch zum Klösterli. Seine zwei Söhne haben dafür das typische Hess-Virus im Blut. «Bruno und Martin spielen bei den Ländlerhess, und vier meiner Brüder bilden seit über 40 Jahren die Kapelle Gebrüder Hess.» So vergeht die Zeit, auf «Klösterli» war Wirtesonntag, und so musste bis Staffel auf eine Stärkung gewartet werden. Frisch aufgetankt, ging es weiter Richtung Kulm. Internationale Klientel Beim Kessiboden ist Toni Planzer mit Würste bräteln beschäftigt. Zeit für einen Kaffeehalt. «Unsere Gäste sind international», sagt er. Japaner, Deutsche, Österreicher und gar Kanadierinnen holen sich eine der schmackhaften Bratwürste. Seit über 6 Jahren sind Toni und Silvia Planzer in der kleinen Hütte unterhalb des Kulms tätig. Eine der Gäste ist die Luzernerin Monika Muff. «Ich habe meine Ferienbekanntschaft aus Griechenland hier auf den Berg mitgenommen. Daniele Robert stammt aus Québec und ist zum ersten Mal auf der Rigi», so die Luzernerin. Hier oben könne man wunderbar die Aussicht geniessen. Es sei atemberaubend, dieses Panorama, meinte die Kanadierin. Und Toni und Silvia Planzer wollen es den Rigi-Gästen noch angenehmer machen. Dank dem finanziellen Engagement der Unterallmeind-Korporation kann die Hütte sanft ausgebaut werden. «Künftig verfügen wir gar über eine kleine Gaststube.» Und die zwei Neue-SZ-Wanderer? Sie ziehen weiter, geniessen die Aussicht auf der Kulm und beschliessen, die Rigi so zu verlassen, wie sie sie bestiegen haben, zu Fuss über Chäsernholz, Grünholz, Resti bis Goldau. Zur Wanderung Der erste Abschnitt von Goldau bis Harmettlenberg ist zwar landschaftlich durchaus reizvoll, der Teerbelag aber nicht nach dem Gusto der Wanderer. Im Aufstieg zum Dächli, Klösterli, Wölfertschen-First und Staffel ändert dies allerdings. Ein abwechslungsreicher, gut ausgebauter Bergweg. Der Schwyzer Höhenweg lädt zu einem echten Wandergenuss ein. Ab Staffel ist etwas mehr Leben angesagt, da tummeln sich viele Rigi-Gäste. Eine Belohnung ist die Zusatzschlaufe über Chäsernholz, Schwändi, Grünholz, Resti zum Dächli. Es bieten sich einzigartige Aus- und Einsichten in den Schwyzer Talkessel.

 

 

Routendetails

Tour-Datum 25.07.2011
Region  Schwyz, Rigi
Wandern-Schwierigkeit
Zeitbedarf 20.5 Km / 6 h 30 Min
Aufstieg  1356 m (Maximale Höhe 1798 m ü M)
Abstieg  1356 m
Strecke  Goldau (Pfarrkirche) 517 m – Harmettlenberg 663 m – Dächli 956 m – Punkt 1113 – Kapelle 1191 m – Chruthütte 1240 m – Klösterli 1302 m – Staffel 1603 m – Chessiboden 1720 m – Rigi Kulm Hotel 1765 m – Rigi Kulm 1798 m – Alp Chäserenholz 1579 m – Alp unt. Grüneholz 1312 m – Resti 1208 m – Dächli 956 m – Harmettlenberg 663 m – Goldau 517 m
Anfahrt  mit SBB nach Arth-Goldau
Verpflegung Restaurants in Goldau, Dächli (Wochenende), Klösterli, Staffel, Chessiboden, Rigi Kulm, Alp Chäsernholz
Bemerkungen Sehenswert: Alp-Bewirtschaftung auf Rigi, Einsiedelei Rigi Klösterli mit Kapelle, Rigi Bahnen, Aussicht auf Rigi Kulm / Konditionell anspruchsvoll, da sehr viele Höhenmeter, Rückreise Rigi Kulm bis Goldau mit Arth-Rigi-Bahn möglich. Aufstieg auf dem Schwyzer Höhenweg. Unterwegs für Neue Schwyzer Zeitung

 

 Alpineg-Tipps unterwegs: 

SBB Fahrplan

 Kessiboden

Alp Chäserenholz

 Rigi

 

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Von Gery

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